Namen, Identitäten und GM – Fehlentscheidungen

Eine in EVE wie auch jedem anderen MMO sehr interessante Frage: “Durch was definiert eine Corp / Gilde ihre Identität ?”

Die Antworten die man darauf bekommen wird sind sehr vielschichtig – durch ihre Erfolge und ihre Mitglieder, ihre Heimat, die Fraktionszugehörigkeit oder den eigenen Fokus im Spiel. Gehe ich von uns – FONG – aus, wird es wohl jene schwer zu beschreibende Stimmung sein, die ich auch in anderen MMOs fand – eine lockere Struktur, funktionierend im Ernstfall und trotzdem das Spiel zugunsten des Spielspaßes niemals allzu ernst nehmend.

Gehe ich vom grundlegenderen Identitätsbegriff aus, muss man allerdings eine Corp benennen müssen, bevor man zu den tieferen (eigentlich wirklich Identitätsgebenden) Schichten vorstößt. Es ist nachvollziehbar, wenn Menschen ihren Zeiten bei einer Spielergemeinschaft das meist am ehesten mit dem Namen der Spielergemeinschaft tun. Spiele ich heute mit alten WoW-Bekanntschaften & Freunden ein MMORPG, so ist der Name der Spielergemeinschaft die gegründet wird immer relativ unstrittig, selbst Jahre nach den besten Zeiten der Originalgilde aus WoW.

Umso härter trifft es, wenn eine Spielergemeinschaft diese vermeintlich kleine Identitätsgrundlage verliert. So ist es vor einiger Zeit N0IR passiert, als ein Gamemaster die Corp nach 5 Jahren Existenz einfach über Nacht umbenannte und der Corp so neben der funktionsfähigkeit ihres Killboards auch eine grundlegende Identitätsgrundlage raubte – ihren Namen. Als Grund wird hierbei das Vorhandensein einer Corp angeführt, welche einen Monat früher gegründet wurde. An sich könnte ich es theoretisch auch ein wenig nachvollziehen – wenn die Corps nur nicht schon 5 Jahre unabhängig voneinander existieren würden. 5 Jahre. Viele Corps in EVE lösen sich lange vorher bereits auf oder man kennt sie schlichtweg (gutes Beispiel aus der B.R.B. – Allianz: Full Contact).

5 Jahre, in denen eine Corp sich Namen, Reputation und Identität bilden konnte. Zwar wird die Corp damit natürlich nicht aufgelöst, sie wird nicht ihren Spielstil ändern oder Mitglieder verlieren – es ist im Grunde nur ein Name, der spieltechnisch durchaus mit dem aktuellen & sehr unpersönlichen Namen “EVE Corporation 1212120482″ ersetzt werden kann, ohne dass sich sehr viel ändern muss.
Aber einer Corp nach 5 Jahren den Namen ohne Vorwarnung zu nehmen, das reißt ein tiefes Loch in das Bewusstsein der Corp und ihrer Mitglieder. Etwas fehlt, schon wenn man sich die folgenden Jahre ansieht – es wird die Zeit >vor< der Umbenennung und die Zeit >nach< der Umbenennung geben. Die Zeiten mögen im Spiel an sich nur marginal voneinander unterscheiden, aber der Name der Corp, die Zeit als “N0IR” wird “vergangen” wirken, obwohl die Zeit der Corp möglicherweise noch lange nicht vorbei ist. Es fühlt sich wie ein “ende” an, obwohl keines da ist.

Aktuell will man bei N0IR die ganze Sache zu einem Senior-GM eskallieren. Man kann eigentlich nur hoffen, dass CCP bald ein Einsehen hat und der Corp einen Teil von sich selbst wiedergibt – nicht nur im Interesse des Killboards der Corp, welches mit dem neuen Namen so gar nicht zurechtkommt. :P

Hotdrop-Erfahrungen & eine Erkenntnis

Hotdrops.
Nur wenig in EVE wird kontroverser diskutiert als Hotdrops. Die Vorgehensweise ist im Grundprinzip immer gleich – die Hauptflotte wartet am Titan / Black-Ops-Schiff, ein Scout (oder mehrere) roamen in Sprungreichweite der Titans/BOs, suchen Ziele und sehen möglichst unschuldig aus damit sie ein Gegner angreift. Greift dieser an, öffnet das angegriffene Schiff ein sogenanntes “Cyno” (kurz für Cynosural Field), durch welches weitere Schiffe springen und in den Kampf eingreifen können.

Es ist im Grunde eine Falle, die für den Angreifer in diesem Falle extrem schwer erkennbar ist und die mehr als oft nur sehr geringe Gefahren für die Hotdroper bergen (Achtung: weder stammt das Video von mir, noch hat meine Allianz oder eine Corp darin einen Anteil – wir besitzen keinen einzigen Titan und die kürzlichen BO-Hotdrops sind eine absolute Ausnahme, die sich vermutlich (hoffentlich) so schnell nicht wiederholen wird). Ich möchte an der Stelle außerdem explizit vorweg sagen, dass das hier kein whine-/heul- oder sonstiger Meckerbeitrag ist – ich möchte hier einfach nur erläutern wie ich den heutigen Abend erlebt habe, als wir mit T3-Schiffen (ich in einer Loki) und ein paar wenigen Bombern “unterwegs” waren. Wer mir da whine vorwerfen will soll das tun, sollte aber nicht damit rechnen dass es mich mehr juckt als die Wasserstandsmeldung der Enz vom vorletzten Jahr ;)

Zurück zum Thema: die B.R.B hat infolge gewisser Geschehenisse eine kleine T3-Blackops – Fleet gestartet, die grob mit 10 T3-Piloten und ein paar Bombern bestückt war. Der Abend lässt sich folgendermaßen in Kurzform beschreiben:

  • a) warten, bis die Scouts ein mögliches Ziel fanden – also Cloak an, auf 9gag herumsurfen und nette Konversation im TS
  • b) decloak, an die Widow ran (das Caldari-Blackops) und warten (und dabei ja nicht das BO bumpen – im Laufe des Abends meisterte ich das sorgfältige, langsame annähern einer Loki an eine Widow mit und ohne MWD)
  • c) wenn die Ziele ansprangen, “jump jump” wie durch ein normales Stargate
  • d) zum Gegner warpen
  • e) Gegner auseinanderfetzen
  • f) zurück zum Ausgangspunkt, cloak an und zum Punkt a)

Hört sich öde an ? Zugegeben, es war mal was neues… die ersten 10 Minuten. Stelle ich mir vor >das< in EVE als Hauptbeschäftigung im PvP zu betreiben, ich würde vermutlich bereits nach 2 Abenden wieder meinen eingemotteten WoW-Account aktivieren. Oder Solitär spielen. Oder die Raufasertapete neben dem Monitor anstarren. Gut, das vermutlich nicht, dass ich aber an jenem Abend auf dem Tablet meiner Freundin einige Level in “Candy Crush” weitergekommen bin sollte ausdrücken wie stark EVE mich forderte – gar nicht.

Fazit: Hotdrops finde ich sehr öde. Vergleichbar mit stundenlangen Gatecamps, PvE, Minern oder dem täglichen aktualisieren von 300 Marktorders. Nebenher mit Musik und guter Gesellschatft durchaus mal erträglich für eine Weile, aber für mich in jedem Fall niemals eine mittel- oder gar langfristig erfüllende Beschäftigung. Natürlich – wer hat, der kann, wer einen Titan hat kann Hotdropen. Aber ich empfinde Mittleid, wenn Spieler die Essenz des PvP in  überzahl-Hotdrop-PvP suchen. Denn offensichtlich können sie der möglichen Intensität eines zumindest ansatzweise ausgeglichenen Kampfes nichts abgewinnen. Sicherlich “gewinnen” sie, sicherlich hält sich der Schiffsverlust in Grenzen. Aber da kann ich mich ehrlich gesagt auch gleich vor die Playstation setzen, bei “game over” einfach auf “Spiel laden” drücken und es noch einmal probieren.

Ich fühle mich an der Stelle aber auch verpflichtet sagen: natürlich ganken wir in B.R.B. auch mal. Das fängt beim afk-Schiff im Lowsec an, das die 10 Kilometer zum Gate hinschleicht und aus der Hüfte weggeschossen wird, geht über zum Minerganking im Highsec und endet bei dem üblichen abschießen von durchfliegendem Kleinkram (oder “Großkram”) dem man beim üblichen Roam immer mal ohne großen Aufwand habhaft werden kann. Die Kernintention aber ist das nahezu oder vollkommen ausgeglichene PvP, in dem eine Vexor mit 2 fast verglühenden Remote-Reppern und Resi-Modulen verzweifelt die eigenen Logistics unterstützt, weil man angst hat dass sonst möglicherweise der Rep der eigenen Fleet bricht. Als Condor in einem small-FW-Plex gegen Slasher und Merlin engagen und hoffen, die eine von der anderen trennen und grillen zu können.
Natürlich versuchen auch wir fights so vorteilhaft wie möglich zu gestalten, die Gatesentry-Aggro auf den Gegner abzuwälzen oder einen Boosteralt ins System zu bekommen bevor der Gegner engaged wird. Natürlich werden offensichtlich zu unvorteilhafte Kämpfe ebenso nicht eingegangen, es ist unnötig mit einer AB-Nahkampfflotte auf Armor ohne Logistik gegen eine gleich große Shieldkiting-Sniperfleet mit longrange-Punkt und Logistik anzutreten. Allerdings ist >meines Erachtens< ab einem gewissen Höchstrisiko eine Grenze erreicht, in der man kaum noch von PvP sprechen kann, sondern von risikoaverser Killmailgeilheit. Diese Grenze ist natürlich von Person zu Person verschieden, jedoch… gut, was kann man hier “jedoch” schreiben ? Es ist wie beschrieben letztlich Meinungssache und am Ende kann nur CCP entscheiden, ob sich an der Mechanik etwas ändert. Unser Weg dem Cyno zu entkommen ist letztlich jener, offensichtlichen Fallen und den üblichen Hotdropenden Allianzen auszuweichen, ihnen keine für sie zu 100% optimalen Fights zu geben und uns an der Menge an schönen Kämpfen zu erfreuen die wir bekommen. Dass dabei die Effizienz auf dem Killboard nicht bei 80%, 85% oder gar 90% liegt ist uns letztlich egal – es ist einfach nur eine Zahl.
Und dass eine einzige Zahl am Ende nur wenig über die Fähigkeiten und Qualitäten aussagt, belegt schon allein die 4 in Mathe auf meinem Realschulzeugnis.

(Ich muss zugeben, eigentlich wollte ich den Post noch nicht veröffentlichen. Scheiß drauf, jetzt bleibt der erstmal da…)

Stockpiles – weil es auf die Masse ankommt – Teil 2

Nun kommen wir zu besagtem Einfluss, den Stockpiles auf die EVE-Wirtschaft haben. Dazu ist wieder etwas Vorwissen zu früheren Patches und Marktsituationen notwendig, weswegen ich ein wenig in die Vergangenheit zurückgreifen muss.

Vor der Einführung von Planetary Interaction (auch schlicht als P.I. bekannt) waren einige Produkte daraus bereits über NPC-Sellorders in EVE erhältlich, die sich nach jeder Downtime erneuert haben. Ein Beispiel dafür sind die Guidance Systems. Sie hatten damals nur wenig Sinn – einige wenige haben sie bei NPC 1 gekauft, sind damit einige Systeme weiter getuckert und haben sie dort an NPC 2 für ein wenig mehr ISK verkauft. Dabei kam ein wenig ISK herum, aber eigentlich nicht wirklich so viel dass es relevant oder gar überhaupt lohnenswert gewesen wäre. Missionrunning (sogar Kurriermissionen) und Minern war da effizienter und so fristeten diese Items ein Schattendasein als etwas, das irgendwann einmal vielleicht möglicherweise etwas mehr wert sein könnte. Hier und da fielen die Gegenstände auch einem Missionrunner in die Hände, wenn er beispielsweise mal eine Struktur schoss und lootete. Letztlich also mehr oder minder ein wenig Bonus-ISK, wenn er sich die Mühe machte den Kram auch zum NPC zu schiffen.

Aber niemand mit Verstand arbeitet gerne mit diesen hypothetitischen Begriffen wenn es um seine Kohle geht, wenn es nicht einen gewissen Grund dafür gibt (außer möglicherweise die Stadt Pforzheim, die gerne mit sogenannten “Spread-Ladder-Swaps” Lotto spielt und damit massiv auf die Nase fiel). Daher hat sich auch kaum jemand darum gekümmert und die Sell- & Buyorders der NPCs haben großflächig Staub angesetzt.

Bis zu jenem Zeitpunkt, an dem Gerüchte laut wurden dass mit dem Addon “Tyrannis” 2010 diese Items einen Sinn bekommen würden. Von diesem Moment an kauften einige Spekulanten einiges dieser Waren an, die Spekulationssaison wurde quasi eröffnet. Als dann die Änderungen auf Sisi (dem Testserver von EVE) sichtbar waren, brachen endgültig alle Dämme – die NPC-Order waren ausverkauft, wohin man sah. Vielleicht fand man noch in einem verlassenen Lowsec-System ein wenig davon, aber großartige Chancen es im Highsec zu bekommen waren so gering wie der Wirkungsgrad von Homöopathie – nicht nachweisbar. Und so konnten in der Zeit vor Tyrannis viele Spieler eine riesige Menge an Stockpiles angehäuft werden, die zusammengenommen den Bedarf über Jahre decken konnten und somit die Produktion dieser Gegenstände in dieser Zeit extrem unprofitabel machten. Die Rechnung war einfach: man kaufte einfach für 3 Milliarden Menge X und konnte sich quasi sicher sein, dass sie in 1 Jahr 6 Milliarden wert war. Und der Faktor den ich hier ansetze, der ist noch gering – sehen wir uns an dass Guidance Systems beispielsweise damals >420 ISK< gekostet haben und sie heute in der BUYorder 23.000 ISK bringen haben die Leute damit quasi eine ISK-Druckerei, die stetig an Wert gewinnt – denn der Herstellungspreis für 1 Guidance Systems liegt >mindestens< bei rund 38.000 ISK. Wer also eine längere Zeit (>1 Jahr) kein EVE spielen kann / will, dem sei als Anlagemöglichkeit diese genannt – sie ist nahezu sicher.

Ähnlich verhält es sich mit den Mining-Barges – eine Retriever kostete vor nicht einmal einem Jahr noch keine 10 Millionen. Heute ist sie knapp 30 wert infolge der Verteuerung nach der erhöhung der Mineralienanforderungen. Trotzdem blieb sie lange noch weit unter den Produktionskosten, weil viele die sie noch für 10 Millionen prodzierten sie auch für 25 los geworden sind. Heute ist sie mehr oder minder auf einem annehmbaren, realistischen Level und allmählich auch für Produzenten ohne Verluste produzierbar, aber es gibt deutlich profitablere Waren, weswegen man wahrscheinlich eine “alte” Barge von vor 1 Jahr kauft oder von einem Produzenten, der nicht rechnen kann (oder sich schlicht mit weniger Gewinn zufrieden gibt). Und genauso verhält es sich auch mit den BS-Änderungen die in gut 2 Wochen anstehen. Es werden Stockpiles in Massen produziert, die den Markt an dieser Stelle für Produzenten temporär extrem profitabel machen, ihn im Gegenzug aber über eine gewisse Zeit nach den Änderungen für den Produzenten völlig ausschalten. Bei den BS wird es wohl weniger hart ausfallen wie bei den Mining Barges, einfach weil sie auch als Kampfschiffe einer deutlich größeren Gefahr ausgesetzt sind als ein Bergbauschiff, aber man kann dennoch einiges an Gewinn daraus schaffen.

Wie viel… das wird sich zeigen.

Stockpiles – weil es auf die Masse ankommt – Teil 1

“Stockpiles” werden den den meisten unter uns zumindest im Ansatz etwas sagen können. Einfach kann man das als “Warenhaufen” übersetzen, eine Masse von Waren die sich an einem Ort unter einer Verfügungsgewalt sammelt. Sammle ich 10 Millionen Einheiten Tritanium mache ich im Grunde nichts anderes als einen solchen Haufen zu erzeugen. Das lässt sich auf jede Größe beliebig anwenden, ist also ein weitläufig auszulegender Begriff der mit der nominalen Anzahl der Wareneinheiten nichts (oder nur wenig) zu tun hat.

In EVE wie auch der realen Marktwirtschaft erfüllen Stockpiles mehrere Funktionen:

Absicherung gegen zukünftigen Preisanstieg

Diese Funktion erfüllt ein Stockpile, wenn man beispielsweise einen relevanten Anstieg der POS-Spritpreise erwartet. Man kauft beispielsweise – mitunter trotz der Unmöglichkeit eine POS so langfristig zu befüllen – eine riesige Menge an Fuel Blocks, einfach weil diese zum Kaufzeitpunkt billig sind oder in Zukunft teurer werden. Man spart sich quasi die Mehrkosten so lange wie der Stockpile an Fuel Blocks die POS am laufen hält, solange die Fuel Blocks innerhalb dieses Zeitraums nicht unterhalb des ursprünglichen Kaufpreises fallen (danach schlägt das folglich in Mehrkosten um). Genau das habe ich unabsichtlich getan, indem ich für 3 Monate Fuel für meine POS besorgt habe – kurz danach sind die Fuelpreise infolge der Ankündigungen der Ice-Änderungen auf dem Fanfest vollends durch die Decke gegangen und die Fuelpreise gleich mit. Da ich so oder so POS-Fuel benötige (also recht unelastisch in meiner nachgefragten Menge bin), spare ich mir so die Mehrkosten. Horay, so spart man sich einige dutzend Millionen ISK :D

Verminderung des logistischen Aufwandes

Der vielleicht am häufigsten auftretende Grund warum ein EVE-Spieler einen Stockpile anlegt. Die benötigte Zeit, um seine Produktion / das geminerte Erz / den Loot / das Salvage jeden Tag nach Jita zu karren ist u.U. nicht so gering – wer mal 20 Sprünge mit einem Freighter hinter sich gebracht hat, der wird wissen was ich meine. Effizienter ist es logischerweise, diese Masse 1 x pro Woche / alle 2 Wochen / jeden Monat oder in jedwedem beliebigen anderen Intervall zum nächsten Handelshub zu karren und dann erst die gesammelten Stockpiles an Loot / Salvage / Erz auf den Markt zu werfen. Denn sind wir mal ehrlich: was meine Traderkollegen in den Missionhubs an ISK direkt für Loot zahlen ist ein Fliegenschiss, bestenfalls. Und die fliegen letztlich auch nur 1 oder 2 mal im Monat rüber um das Zeug abzuholen.

Gewinnabsicht

Zuletzt noch die naheliegendste Funktion – wo die einen kaufen um ISK zu sparen (wie die POS-Betreiber), gibt es zeitgleich noch die Möglichkeit einen Gewinn daraus zu ziehen. Das Prinzip ist dasselbe, nur behält man den Stockpile nun nur noch so lange, wie er letztlich benötigt um nach der Preiserhöhung durch den Badarf des Marktes aufgebraucht zu werden, aka sich zu verkaufen.
Dazu dann letztlich mehr in Teil 2, denn dieser Punkt beeinflusst die Märkte in EVE stellenweise bereits seit Jahren, insbesondere im Hinblick auf PI-Materialien.

B.R.B. – PvP ohne Grenzen

Der letzte Blogpost ist eine Weile her, wer aber meine Killstats verfolgt wird sehen dass ich nicht >völlig< untätig war. Wobei das Killboard nicht so ganz korrekt ist bzw. das etwas aktiver aussieht als es wirklich ist, das Studium verlangt ein wenig viel Zeit ab. Einige Aktivitäten verdienen aber eine Erwähnung:

Thrasher vs. Ishkur
Mein erster Solokill, entstanden aus einer Pause beim lernen, als ich einfach mal die Plexe um Letta abgeflogen habe… eigentlich hätte ich den Kampf auch definitiv nicht gewonnen, aber ich glaube ich erläutere das mal im einzelnen. Der oversized AB der Thrasher sollte mich eigentlich vor kitenden Frigs schützen – in dem Kampf war er relativ wumpe, da ich auf 0 den Plex anwarpte und genau da auch die Ishkur stand. Ich weiß nicht was sie da wollte oder warum sie da stand, aber sie war eher passiv als ich sie schließlich so schnell wie möglich aufgeschaltet und gepunktet habe. Das Schild war schon down als sie reagierte, ihre Drohnen griffen mich erst an als ich mich zu 25% durch die Armor gekaut hatte. Der Rest ist Geschichte – die Ishkur ebenfalls. Eigentlich war es ein Fehler auf so enger Range zu kämpfen da ich mitten im Optimal der Blaster kämpfte, letztlich aber hat es dann doch gereicht.
Ich wollte einen Blick auf das Wrack werfen, was mir dann wiederum zum Verhängnis wurde. Ein Corpkollege der Ishkur warpte aber einige sekunden später rein und war so freundlich mir die Reparaturkosten meiner Thrasher zu ersparen bevor ich genügend Reichweite bekommen konnte um rauszuwarpen :)
Dazu muss ich sagen, dass mir die TIPIAKS – Leute in letzter Zeit als recht angenehme Gegner aufgefallen sind. Von den 4 Begegnungen die ich mit ihnen hatte waren 3 recht angenehme Kämpfe (2 endeten in gegrillten Schiffen, 1 im knappen Flüchten meiner Person – oversized AB sei dank).

Der Rest war ein wenig langeweile-geganke von ungetankten Miningschiffen in den highsec-Systemen um Jufvitte herum mit Corpkollegen. Ja, das mache ich auch – Miner sollten ihre Schiffe tanken, wer das nicht tut hat es sich selbst zuzuschreiben dieses Schiff zu verlieren. Der Highsec ist keine sichere Zone, sie ist nur “sicherer” als die anderen. Also ihr Miner da draußen – es ist nichts persönliches :)

War das alles ?
Nein, noch nicht. Man sieht bei mir auch 2 etwas preisintensivere Vorgänge: einerseits eine Tempest, die im Zuge der Vorbereitung auf eine spätere Fleet gegen die Wand ging. Leider etwas unrühmlich wie ich finde gegen die üblichen Verdächtigen in meiner Heimat – BALEX, die dafür bekannt sind so ziemlich alles mal rein prophylaktisch mit Schiffen zu bewerfen und das ganze mit einer größeren Anzahl an Logistic und Triage zu würzen. So lief das dann auch da, wobei man zu ihrem Schutz mal sagen muss, dass sie Legions (die recht vorteilhaft gegen unsere schwerfälligen BS sind) sowieso sehr häufig fliegen. Aber meh, war ja nur ne Übungsflotte für den eigentlichen Spaß :D

Ans Eingemachte ging es dann mit meinem bisher teuersten geflogenen Schiff (wenn man mal von Orca und Providence meines Tradingchars absieht), einer Tempest Fleet Issue, garniert mit einigen Factionmodulen. Geflogen sind wir das ganze in einer Flotte, wo mein Schiff noch regelrecht “billig” war. Wenn ich mir die Schiffe von anderen Flottenmitgliedern ansehe komme ich da nur auf rund 1/4 des Preises. Aber hey – wer hat der kann und mit Lady Shu hat Full Contact einen Spieler der vermutlich mehr ISK auf dem Konto hat als ich im Monat an Kapitaldurchlauf habe. Wenn ich dann auch noch die Aussagen von anderen “alten Hasen” von Full Contact höre, komme ich mir schon regelrecht arm vor.
Zum Kampf selber: uns wichen so ziemlich allen üblichen Verdächtigen aus, sowohl BALEX als auch SNUFFBOX – die beide gerne und viel mit Titan-Hotdrops arbeiten und damit auch gerne mal mit Kanonen auf Spatzen schießen. Sie mieden uns regerecht, weil wir mit unserer Anzahl an Faction/Navy-BS eine doch recht schlagkräftige Gruppe waren. Sie hätten ja was verlieren können. Also flogen wir herum… und herum… und herum… zwischendurch smartbombten wir den uns verfolgenden BALEX-Scout mal aus Spaß aus dem Schiff, machten Pause und amüsierten uns viel und gut im Teamspeak. Irgendwann hatten wir dann genügend Intel darüber, dass auf der jeweils anderen Seite des Gates an dem wir standen BALEX und SNUFFBOX zusammen stand.
Wir sind nicht allzu dämlich und wussten dass da sicherlich eine Menge an Support reingebridged werden würde und unsere Kampfposition eher zu unseren Ungunsten ausgesehen hätte, wenn wir da reingesprungen wären. Wir haben Spaß am PvP, aber lachend in die Kreissäge rennen damit sich ein paar risikoaverse Corps sich einen auf ihre Killmails wedeln können ist dann doch etwas zu viel des guten ;)

Letztlich sind sie dann nach gut einer Viertelstunde am Gate stehen in uns reingesprungen (dass wir WIEDER in sie reinspringen wurde uns zu blöd und wurde in breiter Masse abgelehnt).
Zunächst folgte da auch etwas, was wir mehr oder weniger erwartet haben: BALEX und SNUFF finden es ganz schlimm (Mkay) Schiffe zu verlieren. Und wie vermeidet man das ? Mit viel Logistik. Und die fuhr unser Gegner auch auf: einige Triage-Carrier sprangen uns auf die Rübe, vermischt mit einer Menge Logistik. Als haupt-Damagedealer brachten sie Abadons und Apocalypse-Battleships. Alles in allem nicht von uns angehbar, der Rep von so viel Logistic und Triage ist für uns schlichtweg nicht knackbar. Ein wenig Overkill aber naja – man ist es nicht anders gewohnt, ohne die Titanbridge dockt der Pirat von heute ja nur noch ab wenn sich der Gegner AFK und außerhalb der Dockingrange der Heimatstation befindet… naja, und wir eben :>

Dann folgte für die meisten von uns gab es eine Überraschung: unsere Flottenleitung hatte ihrerseits Unterstützung gesucht, um zu zeigen dass auch wir etwas eskallieren können… oder zumindest jene Leute am Telefon haben die es tun können. Namentlich folgten Razor dem Ruf mit rund 130 Lokis und etwas Support. Balex und Snuff haben danach so schnell wie möglich das Feld geräumt, die Carrier mit Warpcorestabs ausgerüstet (“wie richtige Piraten draufgehen” ist ein Fremdwort für manche Leute, man kann es auch feige nennen aber das führt zu Moraldiskussionen und jadada… meine Meinung: pussies) und sind rausgesprungen. Es gab dann noch einige Unstimmigkeiten wer was wann und warum schießt, wer nun blau zu uns ist und wer nicht, wer gerade weiterhin auf wen schießt und wo wir uns sammeln. Das liest sich chaotisch… um ehrlich zu sein war es das auch.

Am amüsantesten aber war dann wohl, dass sich ein Mitglied der Gegner (die wie schon gesagt selber viel und gerne hotdropen) über das Hotdropen aufregte. Ridoc von Full Contact hat es da meines Erachtens am besten ausgedrückt:

Ridoc > LOL you complain about hotdrops WTF?!

Danke für das Gespräch

Seitdem bietet B.R.B. übrigens eine Art “Service” an – man spielt den Shiny Bait für all jene risikoaversen “PvPler”, die dann ihrerseits von unseren Auftraggebern geschnackselt werden können. Eine… fantasievolle Art und Weise dem Hotdrop-Wahnsinn aus dem Weg zu gehen. Wenn die Leute uns nun sehen und hotdropen wollen, werden sie sich das evtl. 2 mal überlegen – unser Counterhotdrop könnte um die Ecke lauern. Entweder also sie unterlassen es unsere Fleet zu hotdropen (was uns recht ist) oder bekommen selber auf die Mütze (was uns auch recht ist). Faire kämpfe kommen dadurch hoffentlich ein Stück eher zustande.

Ja… manch einem mag es vielleicht weniger gefallen wie ich von unseren Nachbarn denke… aber es ist mir ehrlich gesagt egal. Scheiß auf Killboard-Effizienz, scheiß auf ISK, scheiß auf das Image möglicherweise als “schlecht” in EVE zu gelten.
Danke für das Lesen dieses möglicherweise etwas schwerer zu lesenden Blogposts. Wer Anmerkungen zu machen hat, ist gerne eingeladen diese in den Kommentaren zu posten.
Der nächste Post wird sicherlich etwas… objektiver geschrieben… 8)

CSM – Wahlen stehen an

Das CSM von ist nunmehr schon seit 7 Jahren eine einzigartige Institution in der MMO-Welt. Nicht bei Guildwars, Herr der Ringe Online oder gar bei WoW gibt es etwas auch nur annähernd ähnliches. Wer jetzt ein Fragezeichen im Gesicht stehen hat, der wohnt wohl unterm Stein… neben einer Annanas… im Meer. CSM ist die Abkürzung für das Council of Stellar Management, ein von EVE-Spielern gewähltes Konzil (wer hätt´s gedacht ?) das CCP bei der weiteren Entwicklung von EVE beratend zur Seite stehen soll. Die Wahl findet jedes Jahr statt und ist recht oft politischer als man es vermuten würde. So wurde beispielsweise ein CSM-Kandidat für seine rassistischen und antisemitischen Weltanschauungen schon von der Wahl ausgeschlossen. Sehr berechtigt und gut, wenn man mich fragt – in einem Online-Spiel sollte niemand für seine extremen politischen Ansichten auch noch eine Bühne bekommen, gleich ob die links, rechts oder blau-gestreift sind. Weiter ausgeschlossen wurde auch Xenuria, der als “Sicherheitsrisiko” eingestuft wurde, augenscheinlich weil ein CCP-Mitarbeiter auf 4Chan oder einer ähnlichen Seite einen Troll für etwas barere Münze genommen hat. Ich möchte an der Stelle lediglich das Video und den dazugehörigen Thread in den EvE-Foren verlinken und bitten dass jeder sich seine Meinung selbst bildet, ich selbst bin eher unschlüssig was ich nach aktueller Informationslage davon halten soll.

Zurück zum CSM selbst. 31 Kandidaten haben die Vorwahlen überstanden. Gut, eigentlich etwas… seltsame Vorwahlen, es ist nur “Grand Admiral Simo-Hayha” nicht zur Hauptwahl zugelassen worden wie mir scheint. Egal, die Kandidaten für das CSm stehen fest, gehen wir zur nächsten Stufe: die Wahl selbst. Jene läuft dieses Jahr etwas anders ab als letztes Jahr, wo dem demokratsichen Prinzip nach jeder eine Stimme verteilen konnte und die Sitze im CSM nach deren Anzahl bestimmt wurden. Das läuft dieses Jahr etwas anders – jeder Spieler kann nun bis zu 14 “Stimmen” vergeben, anhand derer das CSM bestimmt wird.

Nun bin ich zugegebenermaßen etwas stärker abgerückt von meiner früher eher Goon- und Testfreundlichen Haltung. Gute Gründe gibt es dafür viele, diese aber hier aufzuführen würde vermutlich den Rahmen sprengen, weshalb ich es zunächst dabei belassen und vielleicht später dazu einen eigenen Eintrag schreiben werde. Eine Warnung vorab: das zeigt sich wohl vermutlich auch in meinem Wahlverhalten, wenngleich es dafür eher einen anderen Grund gibt: Politik und demagogie sind ein mittlerweile nicht mehr trennbares Geflecht in EVE. Dass EVE-Spieler wie im RL auch zu den Wahlen zur Wahlurne marschieren und den vermeintlich für >sie< besten Kandidaten wählen, nicht jenen der >objektiv< gesehen am besten wäre ist das Resultat daraus. Und so – Ausnahmen bestätigen die Regel – wird auch in dieser Wahlperiode die Mehrheit z.B. der HBC & CFC – Mitglieder brav die Kandidaten ihrer Machtblöcke wählen und aufgrund ihrer Masse an Stimmen den größeren Teil dieser Kandidaten, wenn nicht gar alle auch definitiv in das CSM bringen. Wenn ich damit falsch liege wäre ich darüber sehr froh, aber eher werde ich vermutlich selbst CSM-Mitglied.

Es gibt auch ein – scheinbares – Argument eben diese Block-Kandidaten zu wählen: “wenn die Kandidaten die ich wähle nicht gewinnen, sind meine Stimmen verloren“. Dieses “Argument” ist mir sowohl im Eveger als auch an diversen anderen Stellen im offiziellen Forum begegnet. Sagen wir es so: es ist falsch, kurzsichtig und schlichtweg dumm. Würden alle nur jene wählen die garantiert Gewinnen, ist es keine demokratische Wahl, sondern eine Diktatur mit Planwahl.
Wie dem auch sei – hier meine Gedanken zu den einzelnen Kandidaten (ausgenommen 0.0 – Blockkandidaten, da diese ihren Sitz meines Erachtens mehrheitlich so oder so durch ihre Blockangehörigkeit “sicher” haben):

Corebloodbrothers
Streng genommen kein “nicht-Block” – Kandidat, da er ein bekannter Providence-Bewohner und FC ist. Ein Grund warum ich ihn als Option in Erwägung ziehe ist einerseits, dass ich Providence nicht wirklich als 0.0-SOV-Block – Entität im eigentlichen Sinn sehe. Andererseits ist der Spieler hinter dem Charakter ein ITler, der rein vom technischen Standpunkt her um die Möglichkeiten wissen wird. Zusammen mit diesen Möglichkeiten und seinen Vorstellungen denke ich wäre er eine annehmbare bis gute Ergänzung zum nächsten CSM.

Cipreh
Einer der Randkandidaten, über den ich zugegebenermaßen nicht so viel weiß. Was ich weiß ist, dass er ein aktiver Wurmlochbewohner ist und auch eine zeitlang als Renter im 0.0 gelebt hat.  Ich zweifle nicht dran dass er kompetent auf seinem Gebiet ist, aber ich vermisse gewissermaßen eine “Linie” in seinen Plänen und Absichten die er als CSM-Kandidat verfolgt, seine Ziele sind klar aber die Wege mir zu vage beschrieben. Wurmlochbewohner sollten aber allgemein mal einen Blick auf die 5 Wurmloch-Kandidaten werfen und selbst sehen wer von ihnen ihre Ansichten am ehesten vertreten könnte. Ich wasche meine Hände in Unschuld, ich habe nur wenig Ahnung von Wurmlöchern (auch wenn ich durchaus neugierig wäre).

Mangala Solaris
Einer der “großen” Persönlichkeiten von EVE, bekannt sicherlich am ehesten durch sein Engagement in RvB. Ich bin zwiegespalten was ihn angeht, da er einerseits sehr positiv dafür steht neue Spieler zu EVE zu bringen und damit die Spielerbasis vergrößert. Weiterhin wäre er für die Stärkung des Smallscale-PvP, das ich ebenfalls begrüße. Andererseits tritt er mehr oder minder für eine Erhöhung der Profitabilität von Missionen ein, dem ich persönlich eher skeptisch gegenüberstehe (da dies je nach Vorgehensweise die Inflation nur noch weiter vorantreibt).

Chitsa Jason
Ein weiterer Wurmloch-Kandidat, den ich noch weniger kenne als den ersten. Ich habe den Eindruck dass sein Programm zu stark auf das Wurmloch-Söldnerdasein fixiert ist – das muss nicht schlecht sein, macht ihn aber für mich als nicht-Wurmlochbewohner zunächst eher uninteressant. Wurmlochbewohner sollten sich aber wie bei den anderen Kandidaten der “Wormhole 5″ selber ein Bild machen.

Ali Aras
Ich kann mir keinen Reim auf ihn machen. Weder kenne ich ihn, noch fand ich ein greifbares Programm oder einen gewichtigen Grund ihn zu wählen. Außer neben dem “neuen Wind” den er in das CSM wehen lassen möchte. Sicherlich mag das ein guter Ansatz sein und lässt ihn nicht unsympathisch erscheinen, könnte aber auch als Minuspunkt wirken, da sich so auch seine fachliche Kompetenz und Weitsicht anzweifeln lassen kann. Dennoch habe ich ihn noch nicht ausgeschlossen aus meiner Wahlliste, mal sehen ob er mich überzeugen kann.

Ayeson
Nummer 3 der Wurmloch-Repräsentanten. Dieser hier hat einige weiterführende Gedanken zum Dialog zwischen CCP und den Entwicklern von third-party-Programmierern. Das ist immerhin etwas neues und im Zusammenhang mit seinem Job (wieder ein ITler) stelle ich mir hier einige Möglichkeiten vor. Ansonsten wie gehabt: Wurmlochbewohner, schaut ihn euch an.

James Arget
Ein weiterer Wurmlochkandidat, welcher wohl unstrittig über einiges an Wissen über den Themenbereich verfügt. Aber wieder ist mir die Fokussierung zu stark. Welchen der Wurmlochkandidaten man nun wählen sollte, darüber bin ich mir selber nicht so sicher, da mir das Fachspezifische Wissen zu Wurmlöchern fehlt.

Steve Ronuken
Hat definitiv einige interessante Ideen für eine Überarbeitung des Contract-Systems und scheint im Bereich der Produktion und Industrie bewandert zu sein. Auch wenn ich noch nicht ganz von seiner Weitsicht überzeugt bin, denke ich dass er eines der besseren CSM-Mitglieder sein oder werden könnte.

Psychotic Monk
Eher feindseelig wird der Aspekt der Highsec-Kriegsführungen betrachtet, den dieser Kandidat betreibt. Dass dafür dennoch einiges an Wissen zu den Mechaniken nötig ist, kann man aber nicht verleugnen. Die Motivation warum dieser Spieler ins CSM möchte ist mir verständlich, erscheint mir aber… zumindest eigenartig – denn sein erklärter Zusammenhang zwischen Zusammenhalt von Corps und Highsec-Kriegen ist zwar schlüssig, aber durch das unausgewogene Verhältnis zwischen Kriegserklärern und Kriegszielen zu oft nicht praktikabel, da die Motivationen individuell zu unterschiedlich sind.

Roc Wieler
Ich werde den Eindruck nicht los, dass Roc Wieler sehr darauf erpicht ist die Sympathie derjenigen zu erlangen die seine Worte lesen. Nicht verwerflich, macht aber skeptisch ob das nicht in der Luft verpuffen könnte. Ich habe im Gegenteil gelesen, dass er durchaus hart an seinen Zielen arbeiten kann – nur frage ich mich ob das reicht und ob diese Arbeitskraft nicht vielleicht in schöngeredeten Sackgassen enden könnte. Zugegeben, ich glaube nicht daran, da 7 Jahre EVE-Erfahrung sicherlich ihren Teil dazu beigetragen haben eine gewisse Kompetenz bei ihm zu entwickeln. Was er hervorstreicht ist, dass er sich als “Repräsentant” der Spieler sieht und auf dieser Grundlage im CSM tätig sein will.

Mike Azariah
Huah, der erste Kandidat dessen Avatarbild mir Schauer über den Rücken jagt – ich bin mir sicher hinter dem Lächeln verbirgt sich eine Mordabsicht, die der von Patrick Bateman (American Psycho) in nichts nachsteht. Davon ab vermute ich, dass er weniger an größeren Änderungen interessiert ist als am bloßen Aufrechterhalten des Sandbox-Prinzips. Das muss nicht schlecht sein, insbesondere die Klickerei in der Industrie ist nicht wenig nerfig und könnte gut vereinfacht werden. Ich denke aber, dass er durchaus auch zu größeren Veränderungen nicht nein sagen würde, solange er erkennt dass es gut für EVE wäre und dass die Sandbox an sich dadurch weniger gefährdet wäre als sie schon ist. Außerdem wäre er ein Repräsentant für die Rollenspieler in EVE – da ich selbst ein langjähriger Rollenspieler (LARP & P&P, jedoch nicht in EVE) bin, komme ich nicht umhin das auch zu erwähnen. Ich weiß noch nicht ob er einen Platz auf meiner Liste erhält, aber alleine durch seine Prinzipien ist er schon nahe dran. :>

PsychoBitch
Mir unsympathisch vom ersten Blick an. Arogant, überheblich, plakativ. Kurz: auf BILD-Niveau. Er hat einige Punkte im Programm die durchaus vertretbar und verständlich, aber vage formuliert sind. Direkt daneben stehen Sachen wie “Level 5-Missionen im Highsec”, denen ich eher skeptisch bis ablehnend gegenüberstehe. Ich rate davon ab Psychobitch zu wählen und werde das auch nicht tun.

Korvin
Ein Spieler der bereits früher schon in 2 CSMs saß und einer der wenigen russischen Kandidaten. Er möchte den Fokus auf kleinere Spielergruppen richten. Ansonsten weiß ich nicht viel von ihm, würde aber gerne mehr erfahren da er recht kompetent wirkt.

Ripard Teg
Definitiv einer meiner Favoriten für den obersten Platz meiner Wahlliste. Vermutlich weil ich seit langem schon seinen Blog verfolge und in vielen Dingen mit seiner Meinung zumindest konform gehe (beileibe nicht in allen, aber in ausreichend vielen).

Trebor Daehdoow
Er ist eines der Mitglieder des “alten” CSM 7 und stellt sich nun zur Wiederwahl im CSM 8. Er ist mehr oder weniger der Autor der meisten CSM-Berichte und bringt mit 5 Jahren EVE-Erfahrung sicherlich nicht wenig know-how mit sich. Sein Arbeitseinsatz für das vorherige CSM lässt sich also sehen und damit ist er einer derjenigen bei dem ich nur sehr wenig Zweifel hätte, dass er Arbeit liegen oder Projekte schleifen lässt. Er avanciert damit zu einem meiner Favoriten. Seinen Blog werde ich die Tage mal genauer durchstöbern, er erscheint mir interessant und mit Liebe geschrieben :)

Nathan Jameson
Und last but not least Wurmlochkandidat Nummer 5, der einzige CSM-Kandidat aus China. Er erscheint mir wie die anderen der “Wormhole 5″ recht versiert und engagiert in seiner Sache zu sein, wieder kann ich aber nur sagen: ich habe nie in einem Wurmloch gelebt, habe keine Ahnung davon und weiß auch nicht worauf man da achten sollte.

Ja, das waren so meine Meinungen zu möglichen Kandidaten für das diesjährige CSM… Anregungen und Diskussionen in den Kommentaren sind gerne gesehen. Dieser Post spiegelt nur meine Meinung zu diesen Kandidaten wieder und sollte nicht als alleinige Grundlage für euer Wahlverhalten dienen. Und: denkt nicht nur in EVE darüber nach wen ihr wählt, insbesondere im Anbetracht der mittelfristig anstehenden Bundestagswahlen sollten wir uns alle ein wenig mehr mit Politik beschäftigen.

PS: für ganz Unentschlossene lassen sich die Punkte für die die einzelnen Kandidaten stehen auch hier relativ schnell mit den eigenen Ansichten abgleichen. Das ist nicht unbedingt schlecht sollte aber ebenso wie dieser Blogeintrag nicht als alleiniges Kriterium für die Namen auf eurem Wahlzettel stehen.

1 Monat Investmentprogramm

Heute wird das Investmentprogramm “Fun with Investments” einen Monat alt, die erste Gewinnbeteiligung wird im Laufe des Tages ausgezahlt. Ich denke es ist da an der Zeit für ein Résumé des ganzen:

1

Von links nach rechts; Buy, Sell, Profit, Broker Fee, Transaktion Tax, real Profit

Zuerst sei gesagt: ich bin mit dem Ergebnis zufrieden, trotz der meiner Meinung nach nicht voll ausgeschöpften Möglichkeiten. Der Grund ? Rund 50% der Tage lief das Trading mehr oder minder nebenher, bedingt durch das RL und mein nun wieder aufgenommenes Studium. Theoretisch wäre also >mehr< drinnen, allerdings würde ich wohl die Lust verlieren, wenn ich mich tagtäglich intensiv drum kümmern würde. Logisch – eigentlich will ich ja auch mal mehr PvP machen und mich nicht permanent um Tabellen kümmern müssen.

Daher bin ich dazu übergegangen das Kapital weiter zu splitten, das ganze Unternehmen damit weniger Zeitintensiv zu betreiben und ausgleichend auch den Gewinn zumindest auf einem ähnlichen Level zu halten. Das hat mehrere Wege: einerseits bin ich vom short-term-trading (Kurzzeittrading) etwas abgerückt und stärker ins Bulk-Trading eingestiegen, ein Thema zu dem ich des Umfangs wegen noch einen eigenen Eintrag verfassen werde. Weiterhin läuft die Produktion nach einiger Umstrukturierung von T1 & Rigs auf andere Produktgebiete nun definitiv weniger Arbeitsintensiv und hoffentlich ähnlich Gewinnbringend.

Es gibt außerdem 2 “Neuigkeiten”:
Einerseits gibt es nun ein neues Produktionszentrum, ein wenig weiter weg von Jita als das alte. Das erfordert zwar ein wenig mehr Logistik, allerdings werde ich die wohl in rund 1 Monat komplett von Providence loslösen und auf einen Alt übertragen.

Weiterhin musste zwangsläufig eine größere Investition getätigt werden, nämlich die Verbesserung des Standings von I am Providence. Statt 0,75 % Brokersteuer sind es nun nur noch 0,57%. Wow, glorreiche 0,18% weniger Steuern. Schauen wir uns aber mal oben an was an Brokersteuern da steht: 1.566.499.092. Die Rechnung orientiert sich am Umsatz, nicht am Gewinn – somit kommt eine Reduktion von genau 24% (=0,57 / 0,75) zustande. Folglich wären – hätte ich das Standing schon vor 1 Monat gehabt – 375.959.782 ISK mehr auf der Gewinn-Seite. Langfristig wird sich also die Ausgabe der ISK mehr als auszahlen.

Zurück zum Investment – es wird zusätzlich zu den Frigs, Cruisern und den normalen Zinsen folgende Summe als Gewinnbeteiligung ausgezahlt:

3.532.000.000 * 0,075 = 264.900.000 ISK.
Und wenn ich mal mein Spreadsheet nochmal überarbeitet hätte, wäre mir auch aufgefallen dass es falsch gerechnet hat und infolge der Zusammenführung von Tradinggewinnen & Produktionsgewinnen doppelt gerechnet hat. Folglich hab ich 15%, nicht 7,5% ausgezahlt. Blöd, aber da bin ich selber Schuld. :P

Nächsten Monat wird es mehr, dann zahlen sich die größeren Investitionen aus der Produktion aus. 8)

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