Das Handeln… wie ich das so sehe

Ich möchte eingangs behaupten, dass die reicheren Spieler in EVE entweder große 0.0 – Allianzen führen oder dem Handwerk des Handelns nachgehen. Oder beides.

Das eine bedingt in beiden Fällen logischerweise das andere – wenn man Zugriff auf die Corpsteuern von mehreren >Tausend< Spielern hat, sind ein paar Miliarden mehr oder weniger kein Thema mehr, über das man spricht. Verliert man ein Command-Ship, steigt man einfach in ein neues ein, auch wenn eines um die 200 Mille kostet – das Fitting incl. Riggs nicht mal mit eingerechnet. Hinzu kommen solche Dinge wie Corpeigene Technetiummonde, welche innerhalb von Tagen Technetium im Gegenwert von hunderten Millionen ISK generieren können. In Aktionen und Events geminertes Erz, die geschossenen Ratten der Belts und Annomalien – alles abermillarden und abermilliarden an ISK, die früher oder später in Teilen im Wallet größerer Allianzen verschimmeln, bis sie sich auflösen und sich die Spur derjenigen verliert, die auf das Wallet Zugriff hatten. Der normale Grunt bleibt da für gewöhnlich außen vor und kann im schlimmsten Falle zusehen, wie er seinen eigenen Kram aus dem Gebiet herausbekommt. Die Botthematik möchte ich da noch nicht einmal aufgreifen – es ist allgemeinhin bekannt, dass “gewisse” Allianzen in EVE sich durch Bottende Rattingschiffe finanzieren.

Wenn man aber keine große Allianz anführt stellt sich einem die Frage, wie man ebenfalls so viel ISK erhalten kann.
Die Antwort ist diese: mit der Faulheit der anderen.

Jedes mal, wenn ein Spieler etwas kauft, landen diese ISK bei einem anderen Spieler. Dieser hat die gekaufte Ware entweder hergestellt, gelootet, durch P.I. erhalten, erminert, von einem anderen Spieler gekauft/erscammt/geschenkt bekommen und so weiter und so fort. Die Produzenten haben es hergestellt, die PvEler haben es gelootet, P.I. wird von sehr vielen Spielern betrieben und Miner lutschen die Belts im Akkord leer. Geschenkt bekommt man eher selten etwas und Scammen ist eine Profession für sich.
Bleibt einem angehenden reichen Spieler also das Kaufen übrig. Buy low, sell high – kaufe etwas für billig und hoffe, dass irgendjemand die mehr dafür gibt als du dafür gezahlt hast.

Das verfügbare Kauf- und Verkaufssystem in EVE ist einzigartig in der MMORPG-Welt. Früher schon habe ich in WoW gehandelt, am Wochenende billig einkaufen, wenn viele online und am farmen sind – teurer unter der Woche verkaufen, wenn alle raiden gehen und Materialien dafür benötigen. Ein einfaches Muster, das mit Addons leicht zu überwachen und noch viel leichter auszunutzen war. Etwas über Wert gerkauft ? Ach was, einer im Handelschannel wirds schon kaufen 😉

Nicht viel schwerer hat man es in EVE, allerdings ist der Markt hier weitaus besser strukturiert. Dinge anzukaufen ist nicht auf Zeiten in der Woche beschränkt, sondern vielmehr ein permanenter, mehr oder weniger automatisierter Job. Außerdem gestaltet sich die Auswahl der Waren weitaus vielschichtiger und anhand mehr Faktoren als jener in WoW. Man kauft nicht nur dann, wenn man gerade in den Markt sieht, sondern immer – zu jedem Zeitpunkt, vorrausgesetzt man ist der Höchstbietende.
Ebenso ist der Handel nicht derart Zentralisiert wie in WoW, in denen es pro Server nur 3 verschiedene Auktionshauszentren gibt: das der eigenen Fraktion, das der anderen und das Fraktionsübergreifende. In EVE ist jede Station ein Auktionshaus und in nahezu jedem Empire-System im Highsec steht eine. Die 4 Fraktionen (bzw. wo der eigene Char da herkommt) sind mehr oder weniger nur noch Makulatur für die RPler in EVE.

Aber zurück zum Thema:
Jeder, der EVE länger als 1 Woche spielt, wird schon einmal von Jita gehört haben.
Jita 4-4 – der Haupthandelsplatz von EVE, Heimat zahlloser Wardeckcorps, Scammern und Suicidegankern, Spielplatz von tausenden l33t-PvPlern, die ohne 4 Basilisks als Neut-Unterstützung, Boosteralt, Drogen und Factionequipment nicht einmal ein Shuttle angehen würden. Im großen und ganzen kann man sagen, dass Jita die große Ausgabe der anderen 4 Handelszentren ist – Amarr, Rens, Oursulaert and Dodixie. Eigentlich sieht es da genauso aus, nur die Anzahl der Leute da ist geringer und es stehen weniger Waren im Regal. An diesen Orten allerdings sitzen Händler, die von dem buy low/sell high – System profitieren und oft genug kaum wissen, was da eigentlich gerade durch ihren Hangar geschleust wurde.
Der erste Schritt als ist es, es wie tausend andere Spieler auch zu tun und einen Char dort zu parken, der so fix die Station nicht wieder verlassen wird. Da reicht für den Anfang auch ein Alt aus.

Wenn man das hat – Glückwunsch, ein erster Schritt zur selbstständigen Versorgung durch Handeln ist getan 😀

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