Stockpiles – weil es auf die Masse ankommt – Teil 2

Nun kommen wir zu besagtem Einfluss, den Stockpiles auf die EVE-Wirtschaft haben. Dazu ist wieder etwas Vorwissen zu früheren Patches und Marktsituationen notwendig, weswegen ich ein wenig in die Vergangenheit zurückgreifen muss.

Vor der Einführung von Planetary Interaction (auch schlicht als P.I. bekannt) waren einige Produkte daraus bereits über NPC-Sellorders in EVE erhältlich, die sich nach jeder Downtime erneuert haben. Ein Beispiel dafür sind die Guidance Systems. Sie hatten damals nur wenig Sinn – einige wenige haben sie bei NPC 1 gekauft, sind damit einige Systeme weiter getuckert und haben sie dort an NPC 2 für ein wenig mehr ISK verkauft. Dabei kam ein wenig ISK herum, aber eigentlich nicht wirklich so viel dass es relevant oder gar überhaupt lohnenswert gewesen wäre. Missionrunning (sogar Kurriermissionen) und Minern war da effizienter und so fristeten diese Items ein Schattendasein als etwas, das irgendwann einmal vielleicht möglicherweise etwas mehr wert sein könnte. Hier und da fielen die Gegenstände auch einem Missionrunner in die Hände, wenn er beispielsweise mal eine Struktur schoss und lootete. Letztlich also mehr oder minder ein wenig Bonus-ISK, wenn er sich die Mühe machte den Kram auch zum NPC zu schiffen.

Aber niemand mit Verstand arbeitet gerne mit diesen hypothetitischen Begriffen wenn es um seine Kohle geht, wenn es nicht einen gewissen Grund dafür gibt (außer möglicherweise die Stadt Pforzheim, die gerne mit sogenannten “Spread-Ladder-Swaps” Lotto spielt und damit massiv auf die Nase fiel). Daher hat sich auch kaum jemand darum gekümmert und die Sell- & Buyorders der NPCs haben großflächig Staub angesetzt.

Bis zu jenem Zeitpunkt, an dem Gerüchte laut wurden dass mit dem Addon “Tyrannis” 2010 diese Items einen Sinn bekommen würden. Von diesem Moment an kauften einige Spekulanten einiges dieser Waren an, die Spekulationssaison wurde quasi eröffnet. Als dann die Änderungen auf Sisi (dem Testserver von EVE) sichtbar waren, brachen endgültig alle Dämme – die NPC-Order waren ausverkauft, wohin man sah. Vielleicht fand man noch in einem verlassenen Lowsec-System ein wenig davon, aber großartige Chancen es im Highsec zu bekommen waren so gering wie der Wirkungsgrad von Homöopathie – nicht nachweisbar. Und so konnten in der Zeit vor Tyrannis viele Spieler eine riesige Menge an Stockpiles angehäuft werden, die zusammengenommen den Bedarf über Jahre decken konnten und somit die Produktion dieser Gegenstände in dieser Zeit extrem unprofitabel machten. Die Rechnung war einfach: man kaufte einfach für 3 Milliarden Menge X und konnte sich quasi sicher sein, dass sie in 1 Jahr 6 Milliarden wert war. Und der Faktor den ich hier ansetze, der ist noch gering – sehen wir uns an dass Guidance Systems beispielsweise damals >420 ISK< gekostet haben und sie heute in der BUYorder 23.000 ISK bringen haben die Leute damit quasi eine ISK-Druckerei, die stetig an Wert gewinnt – denn der Herstellungspreis für 1 Guidance Systems liegt >mindestens< bei rund 38.000 ISK. Wer also eine längere Zeit (>1 Jahr) kein EVE spielen kann / will, dem sei als Anlagemöglichkeit diese genannt – sie ist nahezu sicher.

Ähnlich verhält es sich mit den Mining-Barges – eine Retriever kostete vor nicht einmal einem Jahr noch keine 10 Millionen. Heute ist sie knapp 30 wert infolge der Verteuerung nach der erhöhung der Mineralienanforderungen. Trotzdem blieb sie lange noch weit unter den Produktionskosten, weil viele die sie noch für 10 Millionen prodzierten sie auch für 25 los geworden sind. Heute ist sie mehr oder minder auf einem annehmbaren, realistischen Level und allmählich auch für Produzenten ohne Verluste produzierbar, aber es gibt deutlich profitablere Waren, weswegen man wahrscheinlich eine “alte” Barge von vor 1 Jahr kauft oder von einem Produzenten, der nicht rechnen kann (oder sich schlicht mit weniger Gewinn zufrieden gibt). Und genauso verhält es sich auch mit den BS-Änderungen die in gut 2 Wochen anstehen. Es werden Stockpiles in Massen produziert, die den Markt an dieser Stelle für Produzenten temporär extrem profitabel machen, ihn im Gegenzug aber über eine gewisse Zeit nach den Änderungen für den Produzenten völlig ausschalten. Bei den BS wird es wohl weniger hart ausfallen wie bei den Mining Barges, einfach weil sie auch als Kampfschiffe einer deutlich größeren Gefahr ausgesetzt sind als ein Bergbauschiff, aber man kann dennoch einiges an Gewinn daraus schaffen.

Wie viel… das wird sich zeigen.

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2 thoughts on “Stockpiles – weil es auf die Masse ankommt – Teil 2

  1. Schade, dass ich zu der Zeit nicht schon gespielt habe. Aber insgesamt gibt es ja auch genug anderes Zeug, dass sich zu handeln lohnt. Und auch kurzfristigere Stockpiles über 4-8 Wochen rentieren sich ab und an. 🙂

  2. Finde deinen Blog echt gut. Ich spiele selber noch nicht lange EvE, erst einige Wochen aber sauge fast alles auf was ich an Blogs usw rund um EvE finden kann. Ein Trader bin ich nicht, hätte ich auch kein Händchen für aber spannend zu lesen ist das hier schon alles. Auch weil ich so sehr viel aus der Vergangenheit des Spiels lerne. Wünsche dir weiterhin gute Geschäfte 🙂

    Ceri

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